Zallinger Kirchlein Drucken E-Mail

Auf über 2000 Meter, am Fuße des Plattkofel, liegt die Zallinger Alm. Bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts hieß die Zallinger Alm Sasegg. Es ist dies ein alter, ladinischer Flurname, „saxus siccus“, und bedeutet trockener, wasserarmer Stein. Gemeint ist hier wahrscheinlich der Plattkofel. 1854 kaufte Karl von Zallinger aus Bozen die Alm vom Decker Bauern in Tisens.1857 ließ Herr von Zallinger eine kleine Kapelle aus Kalksteinquadern zu Ehren der Muttergottes Maria bauen. Im Sommer 1858 wurde sie eingeweiht, es war damals die erste Kapelle auf der Seiser Alm. Mehrmals wurde die Kapelle im Laufe der Jahrzehnte restauriert. Erstmals zur 100. Jahrfeier 1958, dann 1993 und 2007 von den heutigen Wirtsleuten Hans und Luisa Schenk.

 

 

Auf einer Meereshöhe von 2050 m gelegen, ist die Kapelle eine der wenigen auf dieser Höhenlage, in der in den Sommermonaten am Sonntag eine Messe gelesen wird. Auch werden manchmal Hochzeiten gefeiert, meistens von begeisterten Gästen des Berggasthauses. Jeden Sonntag um 10.30 Uhr findet sich eine große Zahl von Wanderern, Touristen und Bauern der Umgebung ein, um der Heiligen Messe beizuwohnen. Allseits bekannt ist auch der Zallinger Kirchtag am 15. August. Der „unser liab Frauentag“ ist wohl für die bäuerliche Bevölkerung des Schlerngebietes der bedeutendste unter den Marienfesten. An diesem Tag besuchen zahlreiche Einheimische und Feriengäste die heilige Messe in der Zallinger Kirche. Nach der Messfeier wird gesungen, gegessen und den ganzen Tag gefeiert. 

Barbara Pichler Rier: in Kastelruther Gemeindebote, Monatliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Kastelruth, Jahrgang 25, Nr. 7, Juli/August 2008