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Ente, Tod und Tulpe

 

Friedhofsymbol für Allerheiligen 2017: Warum eine Ente?

Irgendwann stellt jedes Kind die Frage nach dem Tod. Ganz unbefangen. Eltern und Lehrer wissen das, haben aber nicht immer eine unbefangene Antwort parat. In Wolf Erlbruchs "Ente, Tod und Tulpe" ist der Tod ein leichtfüßiger Begleiter, schon immer da, man hat ihn bloß noch nicht bemerkt:

Schon länger hatte die Ente so ein Gefühl.

„Wer bist du – und was schleichst du hinter mir her?

„Schön, dass du mich endlich bemerkst“, sagte der Tod.

„Ich bin der Tod“

Die Ente erschrak. Das konnte man ihr nicht übel nehmen.

„Und jetzt kommst du mich holen?“

„Ich bin schon in deiner Nähe, so lange du lebst – nur für den Fall.“

„Für den Fall?“ fragte die Ente.

„Na, falls dir etwas zustößt. Ein schlimmer Schnupfen, ein Unfall, man weiß nie.“...

„Und dafür sorgst du jetzt?“

„Nein, dafür sorgt schon das Leben…“

 

"Man weiß nie..." - aber man weiß, dass in Wolf Erlbruchs poetischen Bildern und Geschichten die großen Fragen einen besonderen Ausdruck finden: für kleine und für große Menschen. Nachzulesen in Rolf Erlbruchs Bilderbuch „Ente, Tod und Tulpe“, Kunstmann Verlag

 

Der Bezug dieser Geschichte zum christlichen Glauben ist unter anderem im Sonnengesang des Heiligen Franziskus zu finden:

„Sei gelobt, mein Herr,

für unseren Bruder, den leiblichen Tod.

Vor ihm brauche ich keine Angst zu haben,

denn er begleitet mich zu Dir.“

 

Und in der Beerdigungsliturgie heißt es:

„Deinen Gläubigen, o Herr,

wird das Leben gewandelt,

nicht genommen.“

 

Die ReligionslehrerInnen von Kastelruth, Seis, Völs und Fraktionen, Grund- und Mittelschule gestalten mit den Kindern die Ente und den Tod auf Kistenholz für die Gräber.