7. Fenster Drucken E-Mail

 

7. Dezember

 

Es ist noch früh am Morgen. Wir sind zum Frühstück bei Frieda und Wolfgang Penn eingeladen. Er ist unser Diakon und Leiter des Missionsamtes der Diözese Bozen-Brixen. Regelmäßig stattet er den Südtiroler Missionaren/innen einen Besuch in den verschiedenen Ländern des Südens ab. Im November 2017 war er in Uganda und besuchte dort den Combonimissionar Erich Fischnaller. 

 

: Was war ein prägendes Ereignis auf deiner Reise nach Uganda?

Wolfgang Penn: Auf meinen vielen Reisen bin ich noch nie so direkt mit hungernden Menschen konfrontiert worden. In einem Dorf besuchten wir eine Frau, die gerade in kleine Streifen gekochte Kuhhaut aß. Sie hatte sonst nichts mehr und war bis auf die Knochen abgemagert. Da haben wir der nächstgelegenen Missionsstation Geld für Mais und Öl da gelassen, damit die Frau die nächsten Wochen über die Runden kommt.

 

: Wie ist zur Zeit die Lage im Grenzgebiet zum Südsudan, wo der Combonimissionar Erich Fischnaller im Einsatz ist?

Wolfgang Penn: Seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges im Südsudan kümmert sich Erich um die vielen Flüchtlinge, die über die Grenze nach Uganda fliehen. Wir haben eine Pfarrei mit 17.000 Einwohnern besucht, die demnächst 8.000 Flüchtlinge aufnimmt. Es war für mich sehr beeindruckend wie bereitwillig die Gemeindemitglieder am Aufbau des Flüchtlingslager mithalfen, obwohl es sich bei den Flüchtlingen um fremde Stämme mit anderen Sprachen handelte.

 

: Was wünscht du uns Kastelruthern auf dem Hintergrund deiner vielen Reisen in die Missionsländer des Südens?

Wolfgang Penn: Ein Überdenken der Lebenseinstellung und die Fragen: "Was ist in meinem Leben wirklich wichtig? Was ist wesentlich? Welchen unnützen Ballast könnte ich ablegen, um mehr zu mir selbst und den Mitmenschen zu kommen? Ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr!"

 

zurück