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6. Dezember - Hl. Nikolaus

 

Franziskuskirche - Der Stille ganz nah

 

Der Nikolaustag führt uns heute zur Franziskuskirche auf die Seiser Alm hinauf. Die Dezembernächte erscheinen hier oben in über 1.800 Meter Meereshöhe heller als im Tal unten. In den klaren, frostigen Nächten erstrahlt die Milchstraße wie ein Silberband am Firmament.

Der Heilige Nikolaus symbolisiert das Helle in uns Menschen, die Güte und Menschenfreundlichkeit, der Krampus die dunkle Seite in uns.

Beide Seiten wühlen unsere Seelen auf wie ein stürmisches Meer. Doch in der betrachtenden Stille kehrt plötzlich Ruhe ein und der Sturm in uns legt sich. Dann erkennen wir unser Selbst auf dem glatten Meeresspiegel und erahnen, was "Gott" ist.

 

Wie ein stürmisches Meer erscheint uns auch das Fenster hinter dem Altar der Franziskuskirche.  

Eines Tages stieg Jesus mit seinen Jüngern in ein Boot und sagte zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer des Sees hinüberfahren. (...) Während der Fahrt aber schlief er ein. Plötzlich brach über dem See ein Wirbelsturm los; das Wasser schlug in das Boot, und sie gerieten in große Gefahr. Da traten sie zum ihm und weckten ihn; sie riefen: Meister, Meister, wir gehen zugrunde! Er stand auf, drohte dem Wind und den Wellen, und sie legten sich, und es trat Stille ein. Dann sagte er zu den Jüngern: Wo ist euer Glaube? (Lk 8, 22-25)

 

    

 

Wenn das Meer all seine Kräfte anstrengt,

so kann es das Bild des Himmels gerade nicht spiegeln;

auch nur die mindeste Bewegung,

so spiegelt es den Himmel nicht rein;

doch wenn es still wird und tief,

senkt sich das Bild des Himmels in sein Nichts.

 

Sören Kierkegaard

 

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