5. Fenster Drucken E-Mail

 

5. Dezember - Krampustag

 

Das ausgehende Mittelalter und der Übergang zur Neuzeit war nicht nur in unserer etwas entlegenen Berggegend eine Zeit des Umbruchs, der Unsicherheit und der Veränderung. Vielfach herrschte noch ein magisches Weltbild vor, voller Geister und Dämonen. Die Hexenverbrennungen geben Zeugnis von dieser dunklen Geschichte unseres Landes. Die letzte Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen fand noch im Jahre 1778 auf dem Kirchsteig von Lanzin nach St. Oswald statt und kann in den Gerichtsakten des Landesgerichtes Kastelruth nachgelesen werden. Der Verurteilte war keine Frau, sondern ein Bauer aus St. Oswald mit Namen Peter Insam. Damit er bei der Verbrennung nicht zu lange leiden musste, band man dem Armen ein Säckchen mit Schießpulver um den Hals. 

 

Das Gruselige und Dunkle fasziniert die Menschen noch heute! Lange haben Alex (2A: Siehe Foto links mit Maske und ohne Maske unten!), Ivan (3C) und den Krampustag herbeigesehnt. Auch beim sogenannten "Krampuslauf" am 9. Dezember 2017 werden sie mit den Kastelruther Tuifl den Zuschauern Angst und Schrecken einjagen.

 

Was verbirgt sich hinter diesem alten Brauchtum? Es hat sicher etwas mit der "dunklen", kalten Jahreszeit  zu tun. Das Überleben im Winters war früher keine Selbstverständlichkeit. Man wollte den Winter und die Dunkelheit mit dunklen Geistern schwächen und bannen.

 

Heutzutage hat es vielleicht mehr mit dem Wunsch nach Anerkennung und Wahr-genommen-werden zu tun. Das fehlt Jugendlichen in unserer von Leistung geprägten Gesellschaft. Sie können da oft nicht mithalten. Da ist der Wunsch nachzuvollziehen: Einmal wichtig zu sein und im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Als Knecht Ruprecht hat es der Tuifl jedenfalls nicht leicht an der Seite des Hl. Nikolaus, der die gute Macht im Menschen darstellt.

 

"The winter is coming!" and "May the force be with you!"  Wink

 

Wir haben Ivan, Alex und einige Fragen gestellt:

 

: Wieso bist du beim Tuifl-Verein?

Ivan: Weil ich Leute und Kinder erschrecken kann.

: Welches Gefühl ist es, wenn Kinder sich vor dir fürchten?

Alex: Ich fühle etwas Mächtiges in mir und es ist toll, wenn mich auf dem Dorfplatz alle anschauen.

: Was macht der Tuifl-Verein unter dem Jahr?

 

: Der Verein baut eigene Wagen für den Krampuslauf. Flohmärkte werden besucht und nach Fellen oder anderen Utensilien Ausschau gehalten. Wir haben auch eine Freizeitmannschaft, die im Sommer Fußball spielt. Natürlich ohne Masken! 

 

zurück