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3. Dezember

 

Die Friedenskapelle zu Obervent

 

 

    

 

In der Stille dem Unsichtbaren begegnen

 

Eine Bibelstelle, die über die "Unsichtbarkeit Gottes" spricht ist jene im Buch Exodus (33,18-19), wo Mose zu JAHWE sagt: Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen! Der Herr gab zur Antwort: ... Du kannst mein Angesicht nicht sehen; denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben. Dann sprach der Herr: Hier, diese Stelle da! Stell dich an diesen Felsen! Wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, stelle ich dich in diesen Felsen! Wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, stelle ich dich in den Felsspalt und halte meine Hand über dich, bis ich vorüber bin. Dann ziehe ich meine Hand zurück, und du wirst meinen Rücken sehen. Mein Angesicht aber kann niemand sehen.

 

 

In der Friedenskapelle zu Obervent fühlt sich unser Einsiedler K.M. gleich heimisch. Gern ist er bereit auf unsere Fragen zu antworten:

 

F.: Wir haben im Buch Exodus gehört, dass Mose Gott selbst von Angesicht zu Angesicht sehen wollte. Wolltest du das auch zu deiner Zeit als Einsiedler in den Bühlen?

K.M.: (... lächelt) Nein, natürlich nicht. Mir war immer klar, dass Gott kein "Angesicht" hat!

F.: Man kann Gott also nicht sehen?

K.M.: Nein, man kann ihn höchstens in der Stille und im Gebet erahnen.

F.: Mose hat aber wenigstens seinen "Rücken" sehen dürfen.

K.M.: Ja, genau das meine ich mit erahnen. Wir können Gott nie richtig sehen. Gott ist zwar immer da, nur immer ganz anders als wir ihn uns vorstellen.

 

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