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20. Dezember

 

 

Einmal in der Woche arbeite ich mit Sara Prieth in der Reli-Ecke unserer Mittelschule. So kurz vor Weihnachten machen wir ein Geschenk für ihre Mutter, dem Tata und der Schwester Hannah. Dazu hat Sara mit der Integrationslehrerin Tonperlen angefertigt und glasiert. Mit viel Geduld fädelt Sara die Perlen zu einer Halskette zusammen.

Dabei erzählt sie mir folgenden Witz: "Kimp a Fuchs in den Hennenstoll und schreit laut: `Raus aus den Federn!``" Ein zweiter folgt sogleich: "Steigt ein Zahnstocher den Berg hinauf, sieht am Gipfel einen Igel und sagt: `Wenn i gewisst hat, dass do a Bus auifohrt, donn war i net zu Fuaß gongen`!" Und weil aller guter Dinge bekanntlich drei sind, folgt der dritte Witz: "Teffn sich zwoa Unterhosn in der Waschmaschine. Oane isch weiß und die ondere gonz braun. Donn frog die weiße die braue: `Bisch im Urlaub gwesn?`"

Nach jedem Witz schüttelt es Sara vor Lachen. Auch ich kann mich nicht zurückhalten. Manchmal lachen wir so laut, dass wir andere Schülergruppen stören und ermaht werden müssen, doch bitte leiser zu sein.

Was das alles mit Advent und Weihnachten zu tun hat, wird sich so mancher fragen? Sara ist ein Mensch, der trotz unzähliger Operationen und Krankenhausaufhalte nicht verbittert ist und eine ungeahnte Lebensfreude ausstrahlt. Sie freut sich über jedes Lob und sagt bei jeder Gelegenheit: "Ja Thomas, i bin gonz erstaunt von dir, du bisch jo Spitzenklasse!" Das tut sogar einem alten Lehrer wie mir noch gut. Sie liebt das Leben und ist dakbar für jede Aufmerksamkeit, die man ihr schenkt.

Ihr Optimismus ist wie ein Licht in der Dunkelheit und zeigt, dass man das Wesentliche im Leben, worauf es eigentlich ankommt, weder machen noch kaufen kann. 

 

 

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