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13. Dezember - Hl. Lucia

 

Wieder zurück in das Dorfzentrum von Kastelruth erklimmen wir die 292 Stufen des Kastelruther Kirchurmes. Er ist das Wahrzeichen von Kastelruth und überragt mit seinen 80 Metern Höhe das ganze umliegende Hochplateau. Erbaut wurde er von 1756 bis 1780, also zur Zeit der Kaiserin Maria Theresias. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges (1918) gehörte Südtirol zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Erbaut wurde der mächtige Turm (11 mal 11 Meter im Grundriss), nachdem der alte gotische Turm beim Dorfbrand von 1754 ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden war. Die alten Glocken schmolzen und neue mussten her. Da hatten die vier "Gloggnbauern" die geniale Idee, eine Glocke zu bestellen, die aufgrund ihrer Größe nie und nimmer in den alten Glockenstuhl hineingepasst hätte. So erbaute man halt einen entsprechend großen neuen Kirchturm, der natürlich jene der Nachbargemeinden Völs und Lajen bei weitem übertreffen sollte. Danach sah aber die alte Pfarrkirche ziemlich mickrig aus, so angelehnt an den riesigen Turm. Darauf hin errichteten die Kastelruther im Jahre 1846-49 die neue Pfarrkirche, die wegen ihrer Größe auch als "Dom auf dem Berge" bezeichnet wurde.

         

 

Übrigens, `s Großvater Oswald Tröbinger ist pensionierter Lehrer und ein exzellenter Kenner des Kirchturmes und seiner Geschichte. In Saisonszeiten macht er Turm-Führungen für Einheimische und Gäste. Ihn stellte folgende Fragen:


: Was freut dich am meisten bei deinen Turmführungen?

Oswald Tröbinger: Es freut mich, dass sich so viele Leute für den Turm und seine Geschichte interessieren. Die meisten Besucher sind begeistert. Besonders beeidruckt sind sie von der Struktur der Kuppel und von der Anzahl und Größe der Glocken.

 

: Welche Bedeutung hat für dich persönlich die Adventszeit?

Oswald Tröbinger: Die "Rorate", das Kekse backen und die Vorbereitung auf die Geburt Jesu sind mir sehr wichtig. Die Adventszeit sollte eine besinnliche, ruhige und erholsame Zeit sein. 

 

: Welche besondere Bedeutung hat für dich unser Kirchturm in der Weihnachtszeit?

Oswald Tröbinger: Das große und lange Läuten der Glocken. Die "Laterne" über der doppelten Zwiebelkuppel wird in der Nacht erleuchtet und ist weithin sichtbar. Besonders feierlich zumute wird mir, wenn die Turmbläser nach der Christmette bei geöffneten Turmfenstern spielen.

 

: Wie feierst du Weihnachten?

Oswald Tröbinger: Mit meiner Frau, meiner Familie und meiner Katze bei Christbaum und Krippe.

 

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