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12. Dezember

 

Im Haus Anna, dem ehemaligen Kloster der Tertiarschwestern, leben zur Zeit 19 Flüchtlinge aus Nigeria und anderen Ländern Afrikas. Die meisten von ihnen arbeiteten in Lybien und mussten das Land verlassen, als die Regierung dort zusammenbrach. Mit Schlauchbooten kamen sie über das Mittelmeer nach Italien. In ihren Herkunftsländern wurden sie vielfach verfolgt und bedroht. Viele haben ihre Familienangehörigen zurückgelassen. In Kastelruth hoffen sie auf einen positiven Ausgang ihres Asylantrages. Das Haus Anna ist ein Ort der Hoffnung geworden. Kabiru Adebimpe aus Nigeria hat z.B. für zwei Jahre Asyl aus humanitären Gründen erhalten. Die Pfarrei Kastelruth stellt ihm seit August eine Unterkunft im ehemaligen Widum von St. Michael zur Verfügung. Er hat eine Arbeit als Tellerwäscher im Hotel Panorama auf der Seiser Alm gefunden und spricht immer besser Italienisch. Mit Deutsch tut er sich noch schwer.

 

Unser "Gäste", wie wir die Flüchtlinge auch nennen, sind sehr dankbar für die zahlreiche Hilfestellung von Seiten der hauptamtlichen Mitarbeiter/innen vom Haus Anna und der vielen Freiwilligen. Die Kleiderkammer des Vinzenzvereines versorgt sie mit Kleidung und bei der Essensausgabe auch mit Lebensmitteln. Sie wissen die Freundlichkeit der Einheimischen zu schätzen und fühlen sich im Haus Anna wohl. Bleibt allerdings abzuwarten, wie die Asylanträge ausgehen. Die Angst abgelehnt zu werden ist sehr groß und schwebt wie ein Damoklesschwert über jedem einzelnen Bewohner im Haus Anna. Doch ihre Hoffnung ist groß, hier bleiben zu dürfen.

 

 

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